Kooperationspreis Baden-Württemberg

Mit dem Kooperationspreis Baden-Württemberg zeichnen die Jugendstiftung Baden-Württemberg und das Kultusministerium seit 2015 Jugendbegleiter-Schulen aus, die in herausragender Weise Ehrenamt und Schule verbinden und dauerhaft mit außerschulischen Partnern kooperieren.


Die Preisträger erhalten Projektförderungen, die die Jugendstiftung Baden-Württemberg für Kooperationsvorhaben an der Schule zur Verfügung stellt.

Die Preisträger des Kooperationspreises Baden-Württemberg 2019/2020 stehen fest. Die nachfolgenden drei Jugendbegleiter-Angebote der Preisträger-Schulen kommen aus unterschiedlichsten Schulformen und haben jeweils eigene Ausrichtungen, Ziele und Formate. Sie zeigen, welche Möglichkeiten das Programm bietet und welchen Mehrwert die Schülerinnen und Schüler, die Schulen und auch Betriebe haben.

Die Auswahl der Preisträgerschulen spiegelt das weite Feld der Möglichkeiten wider, wenn sich ehrenamtliche Personen und außerschulische Partner an den Schulen engagieren und ihre vielfältigen Berufszweige und Hobbies miteinbringen. Es entstehen Bewerbertrainings, unterschiedliche Schülerfirmen, Programmier-Wettbewerbe, Druck-Werkstätten oder auch Catering-Angebote.

Grußwort Volker Schebesta, Staatssekretär im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

1. Preis: Filseckschule (SBBZ) Uhingen, Angebot: „Die Technik-Freaks“

Laudatio: Frank Arnold, Landratsamt Böblingen

Schülerinnen und Schüler suchen konkrete Lösungen für technische Probleme in ihrem Umfeld. Angeleitet durch den ehrenamtlichen Jugendbegleiter Rolf Höflinger (KFZ-Meister) wurden so schon Vogelhäuser, ein Schulhasenstall, ein Papierschrank für den Kunstraum, Künstlerstaffeleien für den KK Unterricht, ein Laptopwagen, Werkzeugkisten oder eine Kugelbahn gebaut. Hinzu kommen die vielen kleinen Reparaturen in der Schule, welche die „Technik-Freaks“ erledigen und sich dauerhaft darum kümmern, dass alles gut in Schuss bleibt.

Für Ihre vielfältigen Einsätze kommen die beteiligten Schülerinnen und Schüler fast zwangsläufig in Kontakt mit den ortsansässigen Firmen oder holen sich Rat bei Speziallisten. Eine besondere Kooperation besteht mit der Fa. Allgeier Werke Uhíngen (Metallverarbeitung), welche die Schule mit ihrer Ausbildungsabteilung unterstützt: Für die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 7 wird an zwei Vormittagen eine Einheit rund um das Thema Bohren an Ständerbohrmaschinen durchgeführt. Die Teilnehmenden können hier sogar ihren Bohrführerschein machen und ganz nebenbei in betriebliche Abläufe und die Arbeitswelt hineinschnuppern.

Für die Jury des Kooperationspreises im Jugendbegleiter-Programm 2019/2020 war diese Kombination aus Wissensvermittlung, Eigeninitiative, Beteiligung, Kooperation und Nachhaltigkeit so herausragend, dass das Angebot der Filseckschule (SBBZ) Uhingen mit dem 1. Preis ausgezeichnet wurde.

2. Preis: Realschule Neckargemünd, Angebot: „IT-girls_only“

Laudatio: Dorita Obst, Landesschülerbeirat Baden-Württemberg

Das Projekt, über welches das Jugendbegleiter-Angebot „IT AG Girls only“ an der RS Neckargemünd durchgeführt wird, heißt „girls digital camps Rhein-Neckar“ und wird von Frau Thumfart betreut.

Die Schülerinnen lernen das Coden mit dem Programm Snap und entwickeln eigene künstlerische oder spielerische Projekte mit Mikrokontrollern. So bringen sie zum Beispiel Roboter zum Tanzen, indem eine Tanzchoreografie programmiert wird.

Überzeugt hat die Jury der gendersensible und stärkenorientierte Ansatz des Angebots, mit dem Mädchen Einblicke in Informatik und Technik erhalten. In dieser Mädchengruppe (im Vergleich mit dem Angebot für Jungen) wird sehr kooperativ und problemorientiert programmiert und der Konkurrenzgedanke steht eher im Hintergrund.

3. Preis: Schillerschule Onstmettingen (GWRS), Angebot: Schülerfirma „Verkauf von Schulmilch - Recycling Programm“ der Klassenstufe 6

Laudatio: Michaela Kluin, Landesverband der Schulfördervereine Baden-Württemberg e. V.

Hier lernen die Jugendlichen alles von der Bestellung über den Verkauf, das Warenauffüllen bis hin zur Buchhaltung und bekommen Einblicke in die Wirtschaftsprozesse und -abläufe. Der Gewinn kommt der ganzen Schule zugute und hat schon so manches Projekt ermöglicht. Einen hohen Stellenwert haben hier ökologische Aspekte und das Thema Nachhaltigkeit: So soll die Schule nicht nur mit Milch versorgt werden, sondern die Schülerfirma will auch zur Reduzierung der Müllberge beitragen. Dafür haben die Firmenmitglieder sogar ein eigenes Pfandsystem entwickelt.

Die Schülerinnen und Schüler erlernen über dieses Angebot spielerisch die Grundlagen unternehmerischen Handelns, entwickeln Eigeninitiative, übernehmen Verantwortung und stärken ihre ökonomischen, ökologischen und sozialen Basiskompetenzen. Am Ende des Schuljahres erhalten sie dafür zusammen mit dem Zeugnis eine qualifizierte Teilnahmebestätigung.

Für die Jury des Kooperationspreises ist dieses Angebot für das Thema des diesjährigen Preises beispielhaft. Hier wird berufliche Orientierung sinnhaft und durchdringend mit Nachhaltigkeit und der Entwicklung von sozialen Kompetenzen und Fertigkeiten kombiniert.