Evaluation – Ergebnisse im Überblick

Die Daten der zwölften Evaluation des Jugendbegleiter-Programms wurden im Januar 2018 von der Jugendstiftung Baden-Württemberg online erhoben. Wie bereits in den vorherigen Jahren handelt es sich um eine Vollerhebung, an der sich alle 1.948 Programmschulen beteiligt haben.

Das Jugendbegleiter-Programm des Landes Baden-Württemberg ist im Februar 2006 mit 248 Schulen an den Start gegangen und seitdem kontinuierlich gewachsen. Heute beteiligen sich 55 Prozent aller öffentlichen allgemeinbildenden Schulen des Landes am Programm.

Im aktuellen Schuljahr 2017/2018 nehmen 1.948 Schulen am Jugendbegleiter-Programm teil. Davon sind 80 Schulen zu Beginn des Schuljahres neu eingestiegen. Damit hat sich die Zahl der Programmschulen seit 2006 fast verachtfacht. Die Zahl der Ehrenamtlichen ist in den letzten Jahren auf hohem Niveau stabil geblieben. Aktuell sind 23.758 Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter ehrenamtlich im Rahmen des Programms aktiv. Ihre Bildungs- und Betreuungsangebote umfassen wöchentlich insgesamt 46.124 Zeitstunden und erreichen 266.634 Schülerinnen und Schüler. Im Verlauf der zwölf Programmjahre hat sich die Zahl der Engagierten fast verneunfacht, die Zahl der regelmäßig stattfindenden Wochenstunden mehr als verzwölffacht.

Jede zweite Jugendbegleiterin bzw. jeder zweite Jugendbegleiter ist im erwerbsfähigen Alter. 32 Prozent sind zwischen 41 und 65 Jahre alt, 21 Prozent zwischen 18 und 40 Jahre. 40 Prozent der Ehrenamtlichen gehören zu der Gruppe der unter 18-Jährigen. Damit ist das Jugendbegleiter- Programm mit den aktuell 9.560 engagierten Junior-Jugendbegleiterinnen und Junior-Jugendbegleitern das größte Jugendbeteiligungsprogramm in Baden-Württemberg. 7 Prozent sind über 65 Jahre alt.

Zwei Drittel der Ehrenamtlichen sind weiblich. Die größte Gruppe der Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter bilden nach wie vor die organisationsunabhängigen Einzelpersonen mit 45 Prozent. 40 Prozent sind Schülerinnen und Schüler. 14 Prozent der Ehrenamtlichen kommen von einem Verein, einer Organisation oder einem Verband. Im Schuljahr 2017/2018 nehmen insgesamt 266.634 Schülerinnen und Schüler an Jugendbegleiter-Angeboten teil. Eine besondere Stärke des Programms ist die Vielfalt der Angebote, aus der die Jugendlichen wählen können. Das Spektrum reicht von Natur-Angeboten über Technik-AGs, Klettern, Musical- oder Kunst-Angebote bis zu Fair Trade Gruppen, Fahrradwerkstätten oder Näh-AGs. Einen Eindruck von der Bandbreite und thematischen Vielfalt bietet der zweite der Publikation ab Seite 28. Zu den zahlenmäßig stärksten Angeboten gehören Sport-AGs, Spieleangebote während der Mittagszeit und Angebote zur Hausaufgabenbegleitung.

Die Zusammenarbeit mit gemeinnützigen außerschulischen Partnern wird im Jugendbegleiter-Programm über das Kooperationsbudget besonders gefördert, das derzeit 53 Prozent der Schulen in Anspruch nehmen. Mithilfe dieses zusätzlichen Budgets werden 3.430 Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter von 1.315 Kooperationspartnern finanziert. Grundschulen kooperieren am häufigsten.

Der Einsatz der Ehrenamtlichen wird meist über die Zahlung einer Aufwandsentschädigung honoriert. Im aktuellen Schuljahr sind 12 Prozent der Ehrenamtlichen aktiv, ohne eine Aufwandsentschädigung für ihre Tätigkeit zu erhalten. 88 Prozent der Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter bekommen eine Aufwandsentschädigung. 22 Prozent erhalten bis 6 Euro, 47 Prozent zwischen 6 und 10 Euro und 20 Prozent der Ehrenamtlichen erhalten 10 Euro und mehr pro geleisteter Zeitstunde. Hier gab es im Vergleich zu den letzten Jahren keine größeren Verschiebungen.

Im laufenden Schuljahr stehen den teilnehmenden Schulen Landesmittel in Höhe von 9.797.500 Euro zur Verfügung. Jede dritte Schule konnte ergänzend dazu weitere Mittel akquirieren, um ihr Budget für die außerunterrichtlichen Bildungsangebote aufzustocken. Wichtigste Geldgeber sind hier die Kommunen. 81 Prozent der 3,7 Mio. Euro zusätzlicher Mittel kommen von ihnen. 14 Prozent speisen sich aus Elternbeiträgen für einzelne Angebote und 15 Prozent der zusätzlichen Mittel werden durch Fördervereine oder Spenden aufgebracht.

Die Koordination des Jugendbegleiter-Programms liegt mehrheitlich bei der Schulleitung, die häufig von einer anderen Lehrkraft oder einer Jugendbegleiter-Koordinatorin bzw. einem Jugendbegleiter-Koordinator bei dieser Aufgabe unterstützt wird. 94 Prozent aller Schulen bewerten die Grundidee des Jugendbegleiter-Programms als „sehr positiv“ oder „positiv“. Bei 5 Prozent der Schulen halten sich Positives und Negatives die Waage.

Eine ausführliche Darstellung der Ergebnisse der aktuellen Evaluation finden Sie im Bereich Downloads & FAQs unter Publikationen und Materialien.