Eignung, Einsatz und Rolle der Jugendbegleiter

Wer kann Jugendbegleiterin bzw. Jugendbegleiter werden?

Das Jugendbegleiter-Programm ist ein Ehrenamtsprogramm, bei dem sich Menschen ab 14 Jahre in ihrer Freizeit an Schulen engagieren. Dazu gehören insbesondere pädagogisch bereits qualifizierte Personen wie ausgebildete Übungs- und Jugendgruppenleiter, Schüler- und Bürgermentoren sowie Musikpäda­gogen, aber auch Fachleute aus der Wirtschaft und qualifizierte Einzelpersonen wie Eltern, Senioren oder Engagierte aus Vereinen, Verbänden, Organisationen und Institutionen.

 

Können Schülerinnen und Schüler als Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter an der eigenen Schule oder an anderen Schulen tätig werden?

Beides ist möglich, 14- bis 18-Jährige können als Junior-Jugendbegleiterin bzw. Junior-Jugendbegleiter sowohl an der eigenen als auch an einer anderen Schule Angebote machen. Bei Minderjährigen ist die Unterschrift einer Erziehungsberechtigten bzw. eines Erziehungsberechtigten erforderlich.

 

Welche Kenntnisse und Fähigkeiten sollten Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter haben?

Die Tätigkeit als Jugendbegleiterin bzw. Jugendbegleiter ist ein anspruchsvolles Ehrenamt und erfordert vielfältige Fähigkeiten. Ob eine Person für diese Aufgabe geeignet ist und ggfs. Fortbildungsbedarf besteht, entscheidet die Schulleitung. Häufig  bringen die Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter schon Wissen und Erfahrungen durch ihren Beruf oder andere Ehrenämter mit. Darüber hinaus stehen Programmmittel für Fortbildungsmaß­nahmen zur Verfügung.

 

Sollen Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter der Schule ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen?
Das erweiterte Führungszeugnis ist ein wichtiges präventives Element zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport und die Jugendstiftung Baden-Württemberg empfehlen die Anforderung eines erweiterten Führungszeugnisses für volljährige Personen, die regel­mäßig ehrenamtlich an der Schule tätig sind.
Das erweiterte Führungszeugnis kann bei den jeweils zuständigen Meldebehörden angefordert werden. Eine Gebührenbefreiung bei Übernahme einer ehrenamtlichen Tätigkeit kann über die zuständige Meldebehörde beantragt werden. Hierzu muss eine entsprechende Bescheinigung der Einrichtung, für die die ehrenamtliche Tätigkeit erbracht wird, vorgelegt werden. Weitere Informationen finden Sie unter www.bundesjustizamt.de.

 

Dürfen Lehrerkräfte oder Schulsekretärinnen und Schulsekretäre ein Jugendbegleiter Angebot an der eigenen Schule leiten? Dürfen sie eine Aufwandsentschädigung erhalten?  

Auch Lehrerkräfte oder anderes Personal aus der Schule können in ihrer Freizeit, also vor oder nach ihrer Dienst-/Arbeitszeit, an ihrer Schule ein Jugendbegleiter-Angebot gestalten.
Sie dürfen keine Aufwandsentschädigung erhalten, wenn sie an der Schule, an der sie ein Jugendbe­gleiter-Angebot abhalten, bereits dienstlich/regulär tätig sind und vom Land Baden-Württemberg dafür bezahlt werden (z. B. Sold/Vergütung bei Lehrkräften). Die Lehrkraft kann an der eigenen Schule also nur außerhalb ihres Deputates ein Angebot ohne Aufwandsentschädigung machen.
Lehrkräfte in Elternzeit, die während ihrer Elternzeit an der eigenen oder einer anderen Schule ein Jugendbegleiter-Angebot machen, können eine Aufwandsentschädigung erhalten.

 

Dürfen Personen, die einen Bundesfreiwilligendienst (BFD) oder ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) an einer Schule absolvieren, an dieser ein Jugendbegleiter-Angebot abhalten? Dürfen sie eine Aufwandsentschädigung erhalten? 

BFD-ler und FSJ-ler dürfen in ihrer Freizeit, also vor oder nach ihrer Arbeits­zeit im Freiwilligendienst, auch an der Schule, an der sie ihren Dienst verrichten, ein Jugendbegleiter-Angebot gestalten und dafür eine Aufwandsentschädigung erhalten. Während ihrer Dienstzeit ist dies dagegen nicht möglich.

 

Dürfen Personen im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung (Minijob) Jugendbegleiter-Angebote an Schulen gestalten?

Nein, der Jugendbegleiter-Einsatz im Rahmen eines Minijobs ist nicht möglich.
Beim Mini-Job (450,00 Euro monatlich) liegt ein Beschäftigungsverhältnis vor. Das Jugendbegleiter-Programm ist aber ein reines Ehrenamtsprogramm.

 

Dürfen Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter als Ergänzung der Lehrkräfte im Unterricht eingesetzt werden?

Nein, ein Einsatz erfolgt nur außerhalb des Unterrichts. Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter können aber unterrichtsergänzend eingesetzt werden, zum Beispiel wenn sie ein Thema aus dem Biologie-Unterricht anschließend vor Ort in der Natur praxisbezogen ergänzen.

 

Wie lange sollte eine Jugendbegleiterin bzw. ein Jugendbegleiter an einer Schule tätig sein?

Damit die Schule und die Eltern planen können, verpflichten sich die Ehrenamtlichen ihr Angebot mindestens ein Schulhalbjahr an der ausgewählten Schule durchzuführen. Die Schulleitung ist dazu verpflichtet, in Urlaubs- oder Krankheitsfällen für eine Vertretung zu sorgen, sodass die Kontinuität des Jugendbegleiter-Angebots sichergestellt ist. Es ist auch möglich, dass sich mehrere Ehrenamtliche hinsichtlich eines Angebots absprechen, sodass eine Urlaubs- und Krankheitsvertretung in jedem Fall gesichert ist. Auch Teambildungen sind möglich.

 

Wie lange ist eine Jugendbegleiterin bzw. ein Jugendbegleiter wöchentlich im Einsatz?

In der Regel mindestens 60 Minuten pro Woche. Im Jugendbegleiter-Programm wird in vollen Zeitstunden (60 Minuten) pro Woche gerechnet. Die Ange­bote müssen für mindestens ein Schulhalbjahr regelmäßig (wöchentlich) zur gleichen Zeit statt­finden.
Angebote können von einem Team oder einer Einzelperson betreut werden.

 

Welche Vereinbarungen müssen mit den Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleitern getroffen werden?

Jede Jugendbegleiterin und jeder Jugendbegleiter muss eine schriftliche Vereinbarung mit der Schullei­tung unterzeichnen. Das gilt auch dann, wenn der oder die Ehrenamtliche für das Angebot keine Aufwandsentschädigung erhält. Auch mit Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleitern, die ein Angebot im Rahmen einer Kooperation gestalten, müssen neben der Kooperationsvereinbarung mit dem gemeinnützigen außerschulischen Partner einzelne schriftliche Vereinbarungen geschlossen werden. Die Vorlagen hierfür finden Sie auf www.jugendbegleiter.de.

 

Wie findet man Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter in der Region?

Unterstützung bei der Suche nach Bildungspartnern sowie Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleitern bietet die Website „Lokale Bildungsnetzwerke“ (www.bildungsnetzwerke-bw.de). Auch Einzelpersonen im Umfeld der Schule können angesprochen werden. Die Jugendstiftung berät bei der Akquise von Ehrenamtlichen. Zudem finden Sie Anregungen in dem Praxishandbuch „Freiwillige gewinnen“ und es gibt Materialien zur Öffentlichkeitsarbeit wie Flyer und Plakate zur Werbung neuer Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter.