Allgmeine Fragen zum Programm

Worum geht es im Kern beim Jugendbegleiter-Programm?

Das Jugendbegleiter-Programm erweitert den Lebensraum Schule und ermöglicht außerunterrichtliche Ganztagsangebote, die von ehrenamtlichen Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleitern angeboten werden. Über die Vielfalt der Angebote können die Schülerinnen und Schüler ihren Neigungen nachgehen, Talente ausbauen, Neues ausprobieren und über einzelne Angebote örtliche Vereine und Freizeitangebote kennenlernen.

 

Welche Themenbereiche werden im Jugendbegleiter-Programm angeboten?

Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter machen Bildungsangebote in unterschiedlichen Bereichen. Das Spektrum reicht von Natur-Angeboten über Technik-AGs, Spiele-Angebote, unterschiedlichste Sportangebote, Musical- oder Kunst-Angebote bis zu Fair Trade Gruppen, Hausaufgabenbetreuung, Fahrradwerkstätten oder Näh-AGs.

 

Welche Schulen können am Jugendbegleiter-Programm teilnehmen?

Jede öffentliche allgemeinbildende Schule kann im Primarbereich oder in Sekundarstufe I am Jugendbegleiter-Programm teilnehmen. Der Aufbau einer Ganztagsbe­treuung in geringem oder größerem Stundenumfang sollte angestrebt werden. Eine offizielle Anerken­nung als Ganztagsschule ist nicht nötig. Privatschulen können nicht am Jugendbegleiter-Programm teilnehmen.

 

Können auch berufliche Schulen am Jugendbegleiter-Programm teilnehmen?

Berufliche Schulen können Angebote von Ehrenamtlichen für Klassen finanzieren, deren Abschlüsse den Abschlüssen der Sekundarstufe I an allgemeinbildenden Schulen entsprechen, das heißt, die Ausbil­dungs­gänge der zweijährigen Berufsfachschule (2 BFS), des Vorqualifizierungsjahrs Arbeit Beruf (VAB), des Berufseinstiegsjahrs (BEJ) und AV dual.

 

Wie erfolgt die Bewerbung für die Programmteilnahme?

Schulen, die neu ins Programm einsteigen wollen, können sich die offiziellen Anmeldeunterlagen unter www.jugendbegleiter.de direkt herunterladen und der Jugendstiftung Baden-Württemberg die vollständig ausgefüllten Originalunterlagen bis zum 30. Juni zuschicken. Die Jugendstiftung übermittelt die Anmel­dung anschließend an das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, das über die Aufnahme in das Jugendbegleiter-Programm entscheidet.

 

Müssen sich die Schulen jedes Jahr neu für das Programm anmelden?

Schulen, die bereits am Jugendbegleiter-Programm teilnehmen, füllen im Rahmen der End­abrechnung einen Rückmeldebogen für das nächste Schuljahr aus. Damit erfolgt automatisch die Anmeldung für das kommende Schuljahr.

 

Gibt es besondere Regelungen für Verbundschulen oder bei Schulzusammenlegungen?

Unabhängig von der Schülerzahl gilt die Regelung, dass pro Dienststellenschlüssel nur ein Antrag auf Teilnahme am Jugendbegleiter-Programm gestellt werden kann. Fällt bei Schulzusammenlegungen ein Schulschlüssel weg, können nicht wie bislang zwei Schulbudgets in Anspruch genommen werden und evtl. bereits ausgezahlte Fördergelder müssen zurückgezahlt werden. Ggf. möglich ist jedoch eine Erhöhung der Kategorie der neuen Verbundschule, falls sich durch die Zusammenlegung die Zahl der angeboten Wochenstunden erhöht.
Die Schulen sind verpflichtet, Namensänderungen, eine Schulzusammenlegung oder Änderungen des Dienststellenschlüssels umgehend der Jugendstiftung mitzuteilen.

 

Wonach richtet sich die Förderhöhe?

Die Förderhöhe richtet sich nach der Anzahl der Jugendbegleiter-Wochenstunden. Zusätzlich gibt es das Kooperationsbudget, wenn Ehrenamtliche von mindestens einem Verein oder gemeinnützigen Träger kommen.

 

Gibt es eine Mindeststundenzahl, die wir anbieten müssen?

Ja, um am Jugendbegleiter-Programm teilnehmen zu können, müssen mindestens vier Zeitstunden Jugendbegleiter-Angebote pro Woche stattfinden. Dabei ist es unerheblich, ob für die Angebote eine Aufwandsentschädigung gezahlt wird oder nicht.

 

Was passiert, wenn wir die Mindeststundenzahl von vier Zeitstunden nicht erreichen?

Wenn eine Schule zwei Schulhalbjahre in Folge (auch schuljahresübergreifend) nicht mindestens die Kategorie A (vier Zeitstunden/Woche) erreicht, scheidet sie automatisch aus dem Jugendbegleiter-Programm aus. Für einen Wiedereinstieg ist dann eine Neuanmeldung notwendig. Diese ist frühestens zum nächsten Schuljahr möglich.

 

Gibt es eine Mindestgruppengröße für Jugendbegleiter-Angebote?

Ja, an einem Jugendbegleiter-Angebot müssen mindestens fünf Schülerinnen und Schüler teilnehmen. Bei Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) beträgt die Mindestgruppengröße drei Schülerinnen und Schüler. Eine Eins-zu-Eins Betreuung ist nicht möglich.

 

Wie werden Angebote gezählt, die von einem Jugendbegleiter-Team durchgeführt werden?

Wenn ein Jugendbegleiter-Angebot von einem Team (beispielsweise zwei Jugendbegleiterinnen oder Jugendbegleiter) geführt wird und alle Ehrenamtlichen an jedem wöchentlich stattfindenden Termin anwe­send sind, kann die Zeitstunden pro Woche in Abhängigkeit von der Teilnehmerzahl für jeden Jugendbegleiter und jede Jugendbegleiterin einzeln gezählt.
Beispiel: Das Angebot wird von zwei Jugendbegleitern gleichzeitig geleitet und hat zehn Schülerinnen und Schüler als Teilnehmer. In dem Fall kann die Angebotsstunde doppelt gezählt werden, da zweimal die Mindestgruppengröße erreicht wird. Bei neun Teilnehmern kann es dagegen nur als eine Zeitstunde gezählt werden. Wenn sich das Team abwechselt, sodass jede Person alle zwei Wochen im Einsatz ist, kann die Angebotsstunde nur einfach gezählt werden.

 

Können Eltern sich darauf verlassen, dass die Angebote regelmäßig stattfinden?

Ja. Die Eltern wie auch die Schule muss mit dem Angebot der ehrenamtlichen Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter sicher planen können. Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit der Ehrenamtlichen sind also sehr wichtig. Dazu gehört auch, dass Urlaubs- oder Krankheitsvertretungen von den Ehrenamtlichen in Absprache mit der Schule organisiert werden. Dies kann beispielsweise durch Team- oder Vertretungs­lösungen sichergestellt werden.

 

Müssen alle Schülerinnen und Schüler an Jugendbegleiter-Angeboten teilnehmen? Ist die wöchentliche Teilnahme verpflichtend? 

Die Angebote sind von Eltern und ihren Kindern frei auswählbar. Auch wenn das Kind auf eine Schule im Jugendbegleiter-Programm geht, entscheiden die Eltern, wie viele Nachmittagsangebote das Kind wahrnimmt.
Haben die Eltern ihr Kind für ein Angebot angemeldet, ist die Teilnahme verbindlich. Hier gelten dann die gleichen Entschuldigungsregeln wie beim Unterricht.

 

Dürfen Jugendbegleiter-Angebote auch an Samstagen oder in den Ferien stattfinden? 

Die Bildungsangebote müssen an Werktagen und in der Schulzeit stattfinden. Nur wenn eine Schule im regulären Lehrplan auch wöchentlich Unterricht an Samstagen festgelegt hat, können hier Jugendbegleiter-Angebote stattfinden. In den Ferien sind keine Jugendbegleiter-Angebote möglich.

 

Soll den Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleitern eine Aufwandsentschädigung bezahlt werden? 

Über eine eventuelle Vergütung wird auf lokaler Ebene entschie­den. Es handelt sich grundsätzlich um eine ehrenamtliche Tätigkeit, bei der die Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter für den damit verbundenen Zeitaufwand entschädigt werden. Die Höchstgrenze der Aufwandsentschädigung, die den ehrenamtlich Tätigen bezahlt werden darf, bildet der Übungsleiterfrei­betrag in Höhe von 2.400 Euro, der sozialversicherungs- und steuerfrei ist. Der Übungsleiterfreibetrag bezieht sich auf ein Kalenderjahr und umfasst alle Ehrenämter einer Person.