Anteil der Jugendbegleiter aus der Wirtschaft wird ausgebaut

Kultusministerium und Industrie- und Handelskammern wollen Anteil von Jugendbegleitern aus der Wirtschaft ausbauen

Jugendbegleiter der IHK Ulm in der Schule

Mehr Flexibilität für Schulen und Betriebe durch Fach-Jugendbegleiter

Das Kultusministerium und die Industrie- und Handelskammern (IHKs) des Landes haben sich auf die Einführung eines Fach-Jugendbegleiters für den Bereich Wirtschaft geeinigt. Die Experten aus Industrie, Handwerk und Finanzen sollen ihr Engagement als Jugendbegleiter flexibel gestalten können. „Unser gemeinsames Ziel ist es, den Anteil der Jugendbegleiter aus der Wirtschaft auszubauen. Durch modifizierte Rahmenbedingungen möchten wir die Zusammenarbeit für Schulen, mittelständische Unternehmen und Handwerksbetriebe noch attraktiver machen“, sagten Kultusstaatssekretär Georg Wacker MdL und Dr. Martin Frädrich, Leiter der Abteilung Beruf und Qualifikation der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart und Federführer der zwölf baden-württembergischen IHKs für das Thema Ausbildung, am Dienstag (13. März) in Stuttgart.

Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des Kultusministeriums und der IHKs wird ein Rahmen-Konzept für den Fach-Jugendbegleiter entwickeln. Dabei sollen auch die inhaltlichen Vorstellungen der Wirtschaft thematisiert werden. „Das Engagement der Fach-Jugendbegleiter bietet die Chance, die Theoriekenntnisse aus dem Unterricht durch praxisnahe Einblicke in die Welt der Wirtschaft zu erweitern.
Ökonomisches Verständnis erhöht die Berufschancen junger Menschen auf einem zunehmend internationalen Arbeitsmarkt“, betonten Wacker und Frädrich. Beide bezeichnete das Jugendbegleiter-Programm als Brücke zwischen Schule und Wirtschaft. Sie verwiesen darauf, dass es bereits gelungene Beispiele für Kooperationen zwischen Schulen und allen Bereichen der Wirtschaft gebe. Deshalb sollen auch der Baden-Württembergische Handwerkstag und Bankenvertreter in die Arbeitsgruppe eingeladen werden.

„Die Unternehmen sehen in ihrem Engagement einen weiteren Beitrag zur Verbesserung der Ausbildungsreife von Jugendlichen und zur praxisbezogenen Vermittlung von Themen aus der Berufs- und Arbeitswelt“, sagte Frädrich. Die Angebote können von Unternehmensplanspielen über PC-Patenschaften bis hin zu einem Bewerbertraining reichen. Die enge Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen und den Schulleitungen bzw. Fachlehrkräften sei ein weiteres Anliegen der Wirtschaft. In diesem Zusammenhang begrüßten die IHKs die Entscheidung des Kultusministeriums, für den Aufbau und die Betreuung des Jugendbegleiter-Programms den Schulen zusätzliche Deputatsstunden zur Verfügung zu stellen. Diese erleichtere die notwendigen Abstimmungsprozesse wesentlich. Voraussetzung für eine gute Zusammenarbeit sei außerdem die gezielte und frühzeitige Information der Schulen über die zahlreichen Jugendbegleiter-Angebote der Unternehmen und Betriebe in ihrer Region.

Das Jugendbegleiter-Programm der Landesregierung sieht den Einsatz ehrenamtlich Aktiver in der schulischen Ganztagsbetreuung vor. Für die Jugendbegleitung gilt in der Regel eine zeitliche Verpflichtung von einem halben Jahr. Im zweiten Modelljahr nehmen insgesamt 520 Schulen an dem Programm teil, das sind fast doppelt so viele wie zum Start der Pilotphase. Mit einem Ausbau der finanziellen und organisatorischen Unterstützung soll die Attraktivität des Jugendbegleiter-Programms weiter erhöht werden. Diejenigen Schulen, die 40 und mehr Jugendbegleiter-Stunden einsetzen, erhalten zukünftig eine erhöhte Pauschale von 5.000 Euro, um die modellbedingten Mehrkosten abzudecken. Bei elf bis 39 Stunden beträgt der Landeszuschuss für das Schulbudget wie bisher 4.000 Euro bei vier bis zehn Stunden jeweils 2.000 Euro. Auch für den Aufbau und die Organisation des Betreuungsprogramms stellt das Kultusministerium jetzt zusätzliche Ressourcen zur Verfügung.
Schulen mit einem Angebot von 21 und mehr Jugendbegleiter-Stunden pro Woche bekommen erstmals jeden Monat vier zusätzliche Deputatsstunden zugewiesen.

Pressemitteilung des Kultusministeriums vom 13. März 2007