520 Modellschulen

Zahl der teilnehmenden Schulen am Jugendbegleiter-Programm im zweiten Modelljahr auf 520 verdoppelt

Ministerpräsident Günther H. Oettinger und Kultusstaatssekretär Georg Wacker: "Resonanz auf das Jugendbegleiter-Programm ungebrochen groß"

Landesregierung erhöht Zuschüsse für Schulen mit 40 und mehr Jugendbegleiter-Stunden pro Woche

"Die Resonanz auf das Jugendbegleiter-Programm ist ungebrochen groß: 267 weitere Schulen haben sich für das zweite Modelljahr angemeldet. Die Jugendbegleiter werden in wenigen Jahren nicht mehr aus dem Ganztagsbetrieb der Schulen wegzudenken sein. Der Einsatz ehrenamtlich Aktiver bereichert den Lebensraum Schule und eröffnet den Kindern und Jugendlichen eine Fülle an zusätzlichen Angeboten und neuen Erfahrungen", erklärten Ministerpräsident Günther H. Oettinger und Kultusstaatssekretär Georg Wacker am Dienstag (6. März 2007) nach der Sitzung des Ministerrates in Stuttgart. Damit ist die Gesamtzahl der teilnehmenden Schulen auf 520 Schulen gestiegen.

„Um das Jugendbegleiter-Programm noch attraktiver zu machen, haben wir heute beschlossen, die Landeszuschüsse für diejenigen Schulen zu erhöhen, die besonders viele Jugendbegleiter-Stunden einsetzen“, sagte Ministerpräsident Oettinger. Schulen mit 40 und mehr Jugendbegleiter-Stunden pro Woche sollen zukünftig für ihr Schulbudget eine erhöhte Pauschale von 5.000 Euro erhalten, um die modellbedingten Mehrkosten abzudecken. Bei elf bis 40 Stunden betrage der Landeszuschuss für das Schulbudget wie bisher 4.000 Euro, bei vier bis zehn Stunden jeweils 2.000 Euro. „Die Landesregierung unterstreicht mit dieser Entscheidung, dass die Jugendbegleiter ein wichtiges Element in der Ganztagsbetreuung darstellen", hoben Ministerpräsident Oettinger und Staatssekretär Wacker hervor.

Zusätzliche Deputatsstunden für Betreuung der Jugendbegleiter

Auch für den Aufbau und die Organisation des Betreuungsprogramms würden zusätzliche Ressourcen zur Verfügung gestellt: Schulen mit einem Angebot von 21 und mehr Jugendbegleiter-Stunden pro Woche bekämen erstmals eine Stunde wöchentlich und damit jeden Monat vier zusätzliche Deputatsstunden zugewiesen. Dies sei eine Konsequenz aus dem Evaluationsbericht über die Startphase des Programms, erläuterte Wacker. Schulen, die überdurchschnittlich viele Jugendbegleiter-Stunden pro Woche für die Ganztagsbetreuung einsetzen, hätten sich diese Unterstützung mit Blick auf den organisatorischen Aufwand gewünscht.

Ausbau des Unterstützungsnetzwerkes

Daneben werde der Aufbau eines umfassenden Unterstützungssystems zielstrebig vorangetrieben, kündigte Staatssekretär Wacker an. „Im ersten Modelljahr haben sich viele Schulen gemeldet, die bereits über Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern verfügten. Jetzt wollen wir den Schulen unter die Arme greifen, die Neuland betreten.“ Eine bei der Jugendstiftung Baden-Württemberg angesiedelte Servicestelle koordiniere derzeit den Aufbau eines speziellen Unterstützungsnetzwerkes. Geplant sei, dass in der Kooperation mit außerschulischen Partnern erfahrene Schulleiterinnen und Schulleiter ihre Kolleginnen und Kollegen beraten. Auch die Servicestelle selbst biete Beratung und Unterstützung an. Alle im zweiten Modelljahr neu hinzugekommenen Schulen erhielten im Rahmen von Regionalkonferenzen eine Einführung in das Jugendbegleiter-Programm. Ergänzend dazu stünden ein umfangreiches Handbuch und ein Internetauftritt zur Verfügung.

Anteil der Jugendbegleiter aus der Wirtschaft ausbauen

„Ein Schwerpunkt der zweiten Modellphase besteht darüber hinaus in der Unterstützung der etwa 80 Verbände und Institutionen, die sich in einer Rahmenvereinbarung mit dem Land bereit erklärt haben, sich am Jugendbegleiter-Programm zu beteiligen“, erklärten Oettinger und Wacker. Alle an einer Befragung teilnehmenden Verbände und Institutionen hätten ihre Zustimmung zur Konzeption des Jugendbegleiter-Programms zum Ausdruck gebracht. Die Mehrzahl von ihnen habe zudem noch eigene Initiativen gestartet, um die Kooperation mit Schulen zu intensivieren. „Ein besonderes Anliegen ist es, den Anteil der Jugendbegleiter aus der Wirtschaft auszubauen“, betonte Ministerpräsident Oettinger. Ökonomisches Wissen aus der Praxis erhöhe die Berufschancen auf einem zunehmend globalisierten Arbeitsmarkt. Auf einem Fachtreffen am 9. März im Kultusministerium in Stuttgart sollen den IHK-Regionen deshalb beispielhafte Kooperationen von Betrieben und Schulen in Ulm und Heilbronn präsentiert werden.

Fachkongress zum Jugendbegleiter im November

Im Rahmen des Qualifizierungsprogramms für den Jugendbegleiter zeichne sich ein deutlicher Schwerpunkt bei den schulnahen Angeboten ab, stellte Wacker fest. Die Koordinierungsstelle für dieses Qualifizierungsprogramm bei der Jugendbildungsakademie Weil der Stadt setze hierfür in Zukunft mobile Referententeams ein. „Die Evangelische Akademie Bad Boll wird Anfang November zusammen mit dem Landesjugendring und dem Kultusministerium einen großen Fachkongress zum Jugendbegleiter durchführen, der auch dem erkennbaren bundesweiten Interesse an diesem Erfolgsprojekt Rechnung tragen soll", kündigte Staatssekretär Wacker an.

Pressemitteilung des Kultusministeriums vom 6. März 2007