Preisträger im Wettbewerb Jugendbegleiter. Kultur. Schule 2014/2015

Am 26. November 2015 wurden die Preisträger im Wettbewerb „Jugendbegleiter. Kultur. Schule.“ in einer Festveranstaltung im Kursaal Cannstatt ausgezeichnet. Die von der Stiftung Kulturelle Jugendarbeit gestifteten Preise wurden von Ministerialdirektor Manfred Stehle vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport überreicht. Vergeben wurden ein erster Preis (2.500 €), zwei zweite Preise (je 1.500 €), drei dritte Preise (je 1.000 €) und zwei Sonderpreise (je 250 €).

Im Folgenden stellen wir Ihnen die Preisträger mit ihren prämierten Jugendbegleiter-Angeboten vor:

1. Preis: Das Baltikum – zwischen Kochtöpfen und litauischen Landhäusern
Gymnasium Friedrich II. Lorch

In dieser AG drehte sich alles um Kultur und Geschichte des Baltikums. Die Jury würdigte besonders, dass das Jugendbegleiter-Angebot von älteren Schülerinnen initiiert und geleitet wurde und die Umsetzung in engem Kontakt mit einer Partnerschule in Tallinn, Estland, erfolgte. Die Teilnehmenden – Schülerinnen und Schüler aus Klasse 6 – wurden in drei Themengruppen aktiv:

  • Baltische Kochtöpfe: Die Schüler in Tallinn sammelten baltische Rezepte und übersetzten sie ins Deutsche. In Lorch kochten die Schüler die Rezepte nach und erstellten ein Kochbuch mit Menüabfolgen.
  • Baltic Sea Cycle Route: Diese Gruppe plante eine Radtour entlang der baltischen Küste und lernte dabei einiges über Sehenswürdigkeiten sowie Land und Leute.
  • Herrensitze in Lettland und Litauen: Hier erforschten die Schülerinnen und Schüler das Leben auf baltischen Herrensitzen und die damit verbundene Geschichte der Deutschbalten. 


2. Preis: Zwei Mal Deutschland – ein Theater-Video-Austausch-Projekt
Wessenberg-Schule Konstanz

Schülerinnen und Schüler der Wessenberg-Schule trafen sich in Sachsen zu einer Projektwoche zum Thema deutsch-deutsche Geschichte und Gegenwart mit Schülern aus Meerane (Sachsen). Gemeinsam besuchten sie historische Orte und sprachen mit Zeitzeugen; in theaterpädagogischen Spielen tauschten sie sich über Themen wie Herkunft, Fremdsein und Status aus und entdeckten hier viele Gemeinsamkeiten. Hilde Schneider und Heinke Hartmann vom Theater Konstanz hatten die Schüler der Wessenberg-Schule im Rahmen eines Jugendbegleiter-Angebots auf die Projektwoche vorbereitet. Ein Film, der später in das Theaterstück „Mein ostdeutscher Zwilling“ einfloss, dokumentiert die Projektwoche.


2. Preis: „Das Soldaten-Ding“ - ein Performance-Spiel
Kerschensteiner Gemeinschaftsschule Mannheim

In diesem Jugendbegleiter-Angebot erarbeiteten die Jugendlichen mit Wolfgang Sautermeister (zeitraumexit e.V) ein Performance-Spiel zum Thema Gewalt und Krieg.
In der Live-Performance traten die Jugendlichen als Soldaten auf und lasen Tagebuchnotizen von Soldatinnen und Soldaten vor. Selbst erstellte Stummfilm-Sequenzen wurden in die Performance eingebaut.
Besonders hervorzuheben sind die Kooperationen, die dieses Jugendbegleiter-Angebot erst möglich gemacht haben. Zu nennen sind hier neben zeitraumexit e.V. auch die Diakoniewerkstätten Rhein-Neckar, über die körperlich behinderte Jugendliche am Projekt beteiligt wurden.


3. Preis: Das Meer – Lebensraum des Menschen
Römerschule Stuttgart

Dieses Projekt beeindruckte durch das gigantische und fantasievolle Ergebnis, das 83 Kinder und Jugendliche zusammen schufen: Ein 20 qm großes Meer aus Pappmaché und anderen Materialien, auf dem sich u.a. Meeresungeheuer, Pinguine und Möwen, Wikingerschiffe und die Titanic tummeln. Die Grundschüler befassten sich vorab mit verschiedenen Facetten des Meeres: z.B. das Meer als Energiequelle, Flucht über das Meer, Verschmutzung der Meere, das Meer als Ort der Erholung. Das Projekt wurde in Kooperation mit der JugendKunstSchule Stuttgart unter der Leitung von Ursula Thiele-Zoll durchgeführt.


3. Preis: WIR stärken UNSERE Stärken – unser Museum macht fit und wir machen mit
!
Kaufmännische Schule Bad Mergentheim
Mit den Jugendbegleiterinnen Heike Uibel und Ute Jaeger trafen sich acht Jugendliche der Kaufmännischen Schule jede Woche im Deutschordensmuseum in Bad Mergentheim. Sie erforschten ihre Stärken und übten mit Ausstellungsobjekten, sich selbst zu präsentieren. Angeregt durch die zu dieser Zeit laufende Ausstellung „Kleider machen Leute“ von Herlinde Koelbl entwickelten sie eine eigene Ausstellung mit Fotoportraits von sich selbst – einmal in Freizeitkleidung, einmal in Berufskleidung. In Begleittexten zu den Doppelportraits beschreiben die Jugendlichen, wie sie sich in den verschiedenen Kleidern und Rollen fühlen und welche Stärken sie dabei jeweils an sich wahrnehmen.


3. Preis: RUND UM DIE KUNST – (Förder-)Schüler als Teil der (Kunst-)Gemeinschaft
Heilbrunnenschule Stuttgart

Zunächst stand die Auseinandersetzung mit Künstlern und das eigene Gestalten auf dem Programm. Im zweiten Halbjahr ging es dann nach "draußen" – die Schülerinnen und Schüler blickten hinter die Kulissen des Kunstbetriebes, besuchten z.B. ein Auktionshaus, das Atelier eines Künstlers, Museen und eine Werkstatt für Theaterplastiken. Besonders gewürdigt wird, wie das Jugendbegleiter-Angebot durch eine Vernetzung mit vielzähligen Instutitionen den Schülerinnen und Schülern interessante Einblicke in die Kunstwelt ermöglichte. Interessant war dabei auch die Vorstellung oftmals weniger bekannter Berufe in diesen Arbeitsfeldern.


Sonderpreis: Museumsforscher
Theodor-Heuss-Förderschule Baden-Baden

Dieses Jugendbegleiter-Angebot fand in Kooperation mit dem Museum LA8 in Baden-Baden statt und wurde von Mirjam Elburn geleitet, die dort als Museumpädagogin arbeitet. Die Schülerinnen und Schüler trafen sich wöchentlich mit Frau Elburn im Museum. Zunächst erkundeten die jungen Museumsforscher das LA8 in Kleingruppen. Angeregt von Exponaten und einer Ausstellung über die Berliner Philharmoniker im 19. Jahrhundert setzten sie eigene Ideen um. So bauten sie z.B. ein Modell eines Konzerthauses, gestalteten fantasievolle Instrumente und malten nach Musik. Die Objekte stellten die Schülerinnen und Schüler am 21. Juli 2015 einer interessierten Öffentlichkeit vor.


Sonderpreis: Kooperationsprojekt Musical "KWELA KWELA"

Grund- und Werkrealschule Burladingen (jetzt Schulverbund Burladingen)

Schülerinnen und Schüler der GWRS Burladingen trafen sich zweimal pro Woche, um das Musical KWELA KWELA einzustudieren. In dem Musicalstück wird die Botschaft vermittelt, dass eine Gruppe stärker ist als ein Einzelkämpfer.
Die Jury würdigte besonders, dass auch die Projektumsetzung diesem Motto folgte: Viele verschiedene Partner trugen zum Musical bei. So spielten auch Schülerinnen und Schüler der Erich-Kästner Förderschule Burladingen und der Grundschule Stetten unter Holstein im Musical mit. Wichtige Kooperationspartner waren außerdem die Musikschule Burladingen und das Theater Lindenhof in Melchingen, in dem eine der drei öffentlichen Aufführungen stattfand.


Fotos: Anna Kusnier