Preisträger des Wettbewerbs „Jugendbegleiter. Kultur. Schule.“ 2013

Der Wettbewerb „Jugendbegleiter. Kultur. Schule.“ wurde im Schuljahr 2012/2013 vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, der Stiftung kulturelle Jugendarbeit und der Jugendstiftung Baden-Württemberg ausgeschrieben. Am 21.11.2013 wurden die sechs Preisträger im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung im Neuen Schloss in Stuttgart bekanntgegeben. Vergeben wurden ein erster Preis (3.000 €), zwei zweite Preise (1.500 €) und drei dritte Preise (1.000 €). Im Folgenden stellen wir unsere Preisträger und ihre Jugendbegleiter-Angebote kurz vor.

Die Schillerschule Eislingen hat mit dem Konzept „Alles inklusive – The integration School of Rock“ den ersten Preis gewonnen.

Die Bandkooperationen der Schillerschule, der Pestalozzischule, der Förderschule und der Jugendmusikschule Eislingen hat gut 50 aktive Mitglieder, die regelmäßig gemeinsam Musik machen. Das Projekt, das von Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleitern sowie Lehrkräften der Schulen geleitet wird, ermöglicht den Schülerinnen und Schülern einerseits das Erlernen von Instrumenten und anderen musikalischen Fähigkeiten, andererseits schult es zahlreiche soziale Kompetenzen wie beispielsweise gegenseitige Rücksichtnahme und Organisationsfähigkeit. Mittlerweile gibt es an der „Schillerschool of Rock“ sechs Bands, die sich aus Schülerinnen und Schülern der Klassen 4 bis 10 zusammensetzen. Jede Woche wird gemeinsam geprobt und die  Zusammenarbeit, die unter dem Ziel „Gemeinsam mit- und voneinander lernen“ steht, bei diversen Schul-und Stadtveranstaltungen präsentiert. Ein besonderer Höhepunkt der Bandkooperation war das Rockmusical „Johnny Guitar“, dessen Geschichte, Drehbuch, Musik und Texte von den Schülerinnen und Schülern eigenständig erarbeitet wurden.

 

Die Bachschloss-Schule Bühl-Lichtenau hat einen zweiten Preis für das Angebot „Jeux Dramatiques – Ausdrucksspiel aus dem Erleben“ erhalten. Bei der Methode des Jeux Dramatiques handelt es sich um eine Form des Theaterspiels, wobei die Teilnehmenden von einem Erzähler angeleitet werden und ihre Rolle spielen ohne zu sprechen, als Ausdrucksmittel dienen Mimik und Gestik. Grundlage für die Spiele sind Texte, Musikstücke, Bilder oder Bilderbücher. Die Kinder der Bachschoss-Schule lernten im Jeux Dramatiques ihre Kreativität zu entfalten, Gefühlen und Wahrnehmungen Ausdruck zu verleihen, Spielwünsche anderer Spieler aufzugreifen und somit ihre sozialen Kompetenzen auszubauen. Die einzelnen Rollen wurden individuell ausgewählt und nach eigenen Vorstellungen mit Tüchern gestaltet und ausgeschmückt. Dadurch konnten Emotionen und Bedürfnisse in einem geschützten Raum frei ausgedrückt werden.

 

Ebenso wurde die Schule Fischbach, aus Friedrichshafen-Fischbach, für ihr Gemeinschaftsprojekt „Das Dschungelbuch“, mit einem zweiten Platz prämiert. Das Musical, nach der gleichnamigen Geschichte von Rudyard Kipling, war ein klassen-, schulart- und generationsübergreifendes Projekt, in dem auf die Einbeziehung aller Schülerinnen und Schüler wertgelegt wurde. Neben verhaltensauffälligen Kindern und Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund wurden auch geistigbehinderte Schülerinnen und Schüler der Tannenhagschule einbezogen. Die enge Verzahnung von Musik und Schauspiel ist bei einem Musical ein zentrales Element. Dafür war die Zusammenarbeit vieler verschiedener Gruppen gefordert – Jugendbegleiter-Angebote und Arbeitsgemeinschaften, der Väter-Opa-Chor, Lehrkräfte und Eltern wurden zusammengeführt, um das Stück zur erfolgreichen Aufführung zu bringen.

 

Einer der dritten Plätze wurde an das Schulzentrum Aldingen mit seinem generationsübergreifenden Jugendbegleiter-Angebot MiA (Miteinander in Aktion), dass in Kooperation mit dem Seniorenzentrum in Bühl durchgeführt wurde, vergeben. Ziel dieses Angebots war es jugendliche Lebendigkeit in das Seniorenzentrum zu bringen, die Hemmschwelle des Altersunterschiedes zu überwinden und somit Freude und Achtsamkeit für die jeweils andere Generation aufzubauen. Die gemeinsamen Aktionen wie der Hallensporttag, das Herstellen von Weihnachtskarten, das Erzählen von Märchen, dem gemeinsamen Theater spielen, „Kinderspiele von früher“ und dem Schulfest als Abschlussveranstaltung, waren nicht nur zunehmend geprägt von spürbarer Lebendigkeit und ansteckender Fröhlichkeit, sondern auch ein einmaliges soziales Lernfeld für Verständnis, Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft. Inzwischen sind Beziehungen zwischen den Schülerinnen und Schülern und den Seniorinnen und Senioren entstanden, sodass weitere gemeinsame Aktionen geplant werden und das MiA-Angebot fortgesetzt wird.

 

Die Schule am Kreßberg inszenierte das Theaterstück „Picasso war erst der Anfang – eine Kriminalkomödie“ und gewann damit einen dritten Preis. Für das Theaterstück haben sich verschiedene Arbeitsgemeinschaften (Theater-AG, Tanz AG, Chor, AG Bühnenbau und –Technik, Kostümschneiderei) zusammengeschlossen und ein spannendes Theaterstück zur Aufführung gebracht. Ziel war es möglichst viele Schülerinnen und Schüler zu beteiligen, ihnen Spaß an Theater und Tanz zu vermitteln sowie Kreativität und das Interesse an Literatur zu fördern. Die Eigeninitiative der Schülerschaft und die Bereitschaft zum selbstständigen Arbeiten waren sehr hoch. So wurde durch die Schülerinnen und Schüler unter anderem das Script selbst geschrieben, Tanz- und Akrobatiknummern choreografiert, Texte eingeübt, Kostüme geschneidert, das Bühnenbild entworfen und gebaut sowie Öffentlichkeitsarbeit betrieben. Durch die gute Zusammenarbeit von Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleitern, Fachlehrerinnen und -lehrern sowie Schülerinnen und Schülern verschiedener Klassenstufen konnten all diese Aufgaben erfolgreich gemeistert werden und endeten in einer fesselnden Aufführung vor großem Publikum.

 

Einen dritten Preis gewann auch das Jugendbegleiter-Angebot „Kunstwerkstatt als Chance zu künstlerisch-ästhetischen Bildung an einer Grundschule mit hohem Migrationsanteil“, welches an der Grundschule Hardt in Schwäbisch Gmünd, von einer Jugendbegleiterin durchgeführt wurde. Wöchentlich öffnete die 2012 gegründete Kunstwerkstatt für zwei Stunden. Die Kinder lernen hier verschiedene künstlerische Bereiche kennen, wie Malerei, Zeichnung, Druck, plastisches Gestalten und Assamblagestaltung. Zur Anwendung kamen verschiedene Materialien wie Ton oder Guachefarben. Ganz gezielt wurden dabei die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund durch Reflexion über die entstandenen Werke in ihrer Sprachentwicklung gefördert und kulturelle-ästhetische Bildung und Wissen vermittelt. Dabei konnten die Kindern neue Erfahrungen mit ihrer Umwelt machen und so ihre Persönlichkeit weiterentwickeln.