Qualifizierung und Anerkennung

Die Erfahrung zeigt, dass die Anerkennungskultur für Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter einen essenziellen Faktor für den Erfolg des Programms an einer Schule darstellt. Dabei spielt die Aufwandsentschädigung zwar eine Rolle, wichtiger sind jedoch für viele ehrenamtliche Kräfte der persönliche Kontakt und die offizielle Anerkennung ihrer Leistung.

Um den Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleitern zu zeigen, welche wichtige Rolle sie an der Schule spielen, gibt es viele Möglichkeiten. Neben persönlichen Worten des Dankes und der Betreuung durch einen klar benannten Ansprechpartner können zum Beispiel ein Adventscafé, ein kleines Sommerfest oder ein gemeinsamer Ausflug, vielleicht in Verbindung mit einem Blumenstrauß oder einem Buchgutschein, die Wertschätzung und die Dankbarkeit für die Mitarbeit zum Ausdruck bringen.

Da ehrenamtliches Engagement auch für die berufliche Laufbahn immer wichtiger wird, lohnt es sich, für die Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter eine Bescheinigung über ihre Tätigkeit auszustellen. Dafür eignet sich unter anderem der Bildungspass Baden-Württemberg. Dieser Qualipass für engagierte Erwachsene kann dann zum Beispiel offiziell am Schulfest allen Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleitern übergeben werden.

Sicher fallen Ihnen noch mehr Möglichkeiten ein, den Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleitern ihre Wertschätzung zu zeigen. Sie werden sehen, die Maßnahmen wirken sich positiv auf das Schulklima, insbesondere natürlich im Ganztagsbereich, aus!

Auf Kompetenzen und Erfahrungen aufbauen

Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter brauchen eine ganze Palette an Fähigkeiten: von persönlichen und fachlichen Kompetenzen bis hin zu methodischem Know-how. Vieles davon bringen die Interessierten schon mit – aus ihrer Erfahrung in Vereinen, in der eigenen Familie, aufgrund ihrer beruflichen oder Lebenserfahrung. Häufig haben sie bereits Fortbildungen bei Verbänden und Organisationen durchlaufen und verfügen über eine langjährige Praxis in der Arbeit mit jungen Menschen. Die daraus gewonnenen Fähigkeiten und Fertigkeiten bringen sie bei ihrer Tätigkeit als Jugendbegleiterin und Jugendbegleiter ein und bauen darauf auf. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Basisqualifikationen, die eine wichtige Grundlage für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen darstellen. Einen guten Überblick gibt die tabellarische Zusammenstellung von Ausbildungsabschlüssen für Ehrenamtliche in der Kinder- und Jugendarbeit, die für Sie im Download-Bereich zur Verfügung steht.
Ob eine Jugendbegleiterin oder ein Jugendbegleiter geeignet ist, entscheidet letztendlich die Schulleitung.

 

Wann ist eine Weiterbildung nötig?

In der Regel entscheidet die Schulleitung gemeinsam mit der Jugendbegleiterin oder dem Jugendbegleiter darüber, ob eine Weiterbildung benötigt wird. In einem persönlichen Gespräch lässt sich der Bedarf rasch ermitteln. Nutzen Sie die Gelegenheit, um ins Gespräch zu kommen und sich über den Jugendbegleiter-Alltag auszutauschen. So erfassen Sie schnell, ob beziehungsweise welche Fortbildungen nötig oder erwünscht sind.

Fortbildungen für Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter sind dabei nicht nur ein Mittel der Qualitätssicherung, sondern darüber hinaus auch ein Zeichen der Wertschätzung ihres Beitrags an der Schule.

Wir empfehlen allen Schulen, diese Gespräche regelmäßig anzubieten und den Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleitern ein Forum zu bieten, in dem sie sich austauschen und beraten können.

 

Was ist bei der Organisation von Fortbildungen zu berücksichtigen?

Jede Jugendbegleiter-Schule hat die Möglichkeit, flexibel auf den individuellen Fortbildungsbedarf ihrer Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter zu reagieren.
Je nach Lage und Interesse vor Ort kann die Schule eigenständig zu allen Themen bestehende Weiterbildungen von regionalen Bildungsträgern in Anspruch nehmen.

Außerdem können Schulen allein oder zusammen mit anderen Schulen und Bildungseinrichtungen eigene Veranstaltungen organisieren, die einen Weiterbildungsbedarf der Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter aufgreifen und beantworten.

Die Schule entscheidet selbst in Abstimmung mit den Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleitern über Form, Inhalt und Dauer des Weiterbildungsangebots.

Mögliche Formen sind:

  • Referate/Vorträge
  • Seminare/Workshops
  • Kurse
  • Fachtagungen

Welche Themen können die Weiterbildungen behandeln?

Weiterbildungen können grundsätzlich zu allen Themen durchgeführt werden, die die Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter an der Schule beschäftigen.

Mögliche Themen für Weiterbildungen können sein:

  • Streitschlichtung, „Schwierige Kinder/Jugendliche“, Umgang mit Konflikten, Umgang mit Teenagern
  • Erste Hilfe
  • Esskultur, gesunde Ernährung, Gestaltung der Essenspause
  • Technik-Mentoren
  • Teamfindung
  • Spielepädagogik
  • Netzwerkarbeit und Aufbau von Kooperationen
  • Kommunikation, Rhetorik

Wer bietet Fortbildungen an?

Für ihren Fortbildungsbedarf dürfen Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter die unterschiedlichen Angebote der Jugend- und Erwachsenenbildung nutzen. Ansprechpartner sind unter anderem Volkshochschulen, Familienbildungsstätten, gewerkschaftliche Bildungsträger, kirchliche Bildungsträger, Bildungswerke, die Fortbildungseinrichtungen der Industrie- und Handelskammern, die Bildungszentren der Handwerkskammern, private und firmeninterne Bildungseinrichtungen. Informieren Sie sich, welche Bildungsträger es in Ihrer Region gibt und was diese anbieten.


Wie können Fortbildungen finanziert werden?

Seit Beginn der Regelphase zum Schuljahr 2011/2012 stehen den Schulen für Weiterbildungsmaßnahmen von Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleitern sowie Koordinationsaufgaben insgesamt bis zu 20 % des Grundbudgets zur Verfügung. Die Schulen können so selbst darüber entscheiden, welche und wie viele Weiterbildungsmaßnahmen in Anspruch genommen werden. Damit wird die Weiterbildung im Jugendbegleiter-Programm flexibler und dezentral gehandhabt.


An wen kann ich mich wenden, wenn ich Fragen zur Fortbildung von Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleitern habe?

Die Servicestelle Jugend und Schule der Jugendstiftung Baden-Württemberg ist Ansprechpartnerin für die Fortbildung von Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleitern.

Wir beraten Schulen, die Weiterbildungen für ihre Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter auswählen oder selbst organisieren wollen und unterstützen bei der Suche nach geeigneten Referenten und Anbietern. Wir sind auch Ansprechpartnerin für Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter, die sich für das Thema interessieren und für Anbieter von Weiterbildungsmaßnahmen. Wenn Sie mit uns in Kontakt treten wollen, wenden Sie sich bitte an infojugendbegleiter.de.