Evaluation – Ergebnisse im Überblick

Im Schuljahr 2016/2017 konnten 106 neue Schulen in das Jugendbegleiter-Programm aufgenommen werden, die aktuell mindestens vier Stunden pro Woche im Jugendbegleiter-Programm anbieten. Zum Zeitpunkt der Erhebung im Januar 2017 nehmen insgesamt 1.925 Schulen am Jugendbegleiter-Programm teil. Damit hat sich die Zahl der Programmschulen seit Beginn mehr als versiebenfacht.

Die Zahl der Ehrenamtlichen ist in den letzten Jahren auf hohem Niveau stabil geblieben. Aktuell sind 24.040 Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter ehrenamtlich im Rahmen des Programms aktiv. Ihre Bildungs- und Betreuungsangebote umfassen wöchentlich insgesamt 46.385 Zeitstunden. Im Verlauf der elf Programmjahre hat sich die Zahl der Engagierten fast verneunfacht, die Zahl der regelmäßig stattfindenden Wochenstunden mehr als verzwölffacht.

An den Schulen sind in allen Jahren mehr als zwei Drittel der Ehrenamtlichen weiblich (zwischen 67 und 70 %). Die Zahl der unter 18-jährigen Junior-Jugendbegleiterinnen und Junior-Jugendbegleiter ist seit Programmstart kontinuierlich sowohl absolut als auch prozentual gewachsen. Sie machen heute mit 40 Prozent den größten Anteil unter den Ehrenamtlichen aus, gefolgt von den 41- bis 65-jährigen Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleitern mit 31 Prozent. 22 Prozent der Freiwilligen sind zwischen 18 und 40 Jahre alt und 7 Prozent über 65 Jahre.

Mit seinen aktuell 9.609 engagierten Junior-Jugendbegleiterinnen und Junior-Jugendbegleitern (2015/2016: 8.969) ist das Jugendbegleiter-Programm auch das größte Jugendbeteiligungsprogramm in Baden-Württemberg.

Die größte Gruppe der ehrenamtlichen Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter bilden die organisationsunabhängigen Einzelpersonen mit 44 Prozent (2015/2016: 47 %). 40 Prozent sind Schülerinnen und Schüler. Sie konnten gegenüber dem Vorjahr deutlich zulegen (2015/2016: 37 %). Wie im Schuljahr 2015/2016 gehören auch im aktuellen Schuljahr 16 Prozent der Ehrenamtlichen einem Verein, einer Organisation oder einem Verband an.

Im aktuellen Schuljahr 2016/2017 nehmen insgesamt 209.081 Schülerinnen und Schüler an Jugendbegleiter-Angeboten teil. Das Jugendbegleiter-Programm deckt an 41 Prozent der teilnehmenden Schulen 51 bis 100 Prozent aller außerunterrichtlichen Ganztagsangebote ab. An 15 Prozent der Schulen sind es sogar über 80 Prozent dieser Angebote. 

Die Kooperation mit gemeinnützigen außerschulischen Partnern wird im Jugendbegleiter-Programm besonders gefördert. Schulen, die mit mindestens einer gemeinnützigen Einrichtung oder einem Verein Jugendbegleiter-Angebote realisieren, erhalten zusätzlich zum Grundbudget noch ein Kooperationsbudget. 55 Prozent aller Jugendbegleiter Schulen haben das Kooperationsbudget im ersten Schulhalbjahr 2016/2017 genutzt. Mithilfe dieses zusätzlichen Budgets werden 3.392 Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter von 1.359 Kooperationspartnern finanziert. Seit seiner Einführung im Schuljahr 2011/2012 haben jedes Jahr knapp 55 Prozent der teilnehmenden Schulen das Kooperationsbudget in Anspruch genommen.

Der Einsatz der Ehrenamtlichen wird meist über die Zahlung einer Aufwandsentschädigung honoriert. Im aktuellen Schuljahr sind 12 Prozent der Ehrenamtlichen aktiv, ohne eine Aufwandsentschädigung für ihre Tätigkeit zu erhalten.
88 Prozent
der Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter bekommen eine Aufwandsentschädigung. 20 Prozent der Ehrenamtlichen erhalten bis zu sechs Euro, 48 Prozent zwischen sechs und zehn Euro und 19 Prozent der Ehrenamtlichen erhalten zehn und mehr Euro pro geleisteter Zeitstunde. Hier gab es im Vergleich zu den letzten Jahren keine größeren Verschiebungen.

Die Jugendbegleiter-Schulen können zusätzlich zur Landesförderung weitere Gelder akquirieren, um ihr Budget aufzustocken. Dies ist in diesem Schuljahr 649 Schulen (34 %) gelungen. Die Höhe dieser finanziellen Mittel fällt von Schule zu Schule sehr unterschiedlich aus und war gegenüber dem Vorjahr insgesamt rückläufig. Diese zusätzlichen Gelder sind von 3,7 Mio. Euro im Schuljahr 2015/2016 auf 3,4 Mio. Euro im Schuljahr 2016/2017 zurückgegangen.
Die mit weitem Abstand wichtigsten Geldgeber sind nach wie vor die Kommunen: 83 Prozent derjenigen Schulen, die zusätzliche Mittel gewinnen konnten, erhalten Mittel von der Kommune als Zuschuss zum Jugendbegleiter-Budget. 23 Prozent dieser Schulen bekommen Unterstützung durch Elternbeiträge und 13 Prozent zusätzliche Gelder durch Fördervereine oder Spenden.

Die Koordination des Jugendbegleiter-Programms liegt mehrheitlich bei der Schulleitung, die häufig von einer anderen Lehrkraft oder einer Jugendbegleiter-Koordinatorin bzw. einem Jugendbegleiter-Koordinator bei dieser Aufgabe unterstützt wird.

Das Programm wird nach wie vor sehr positiv aufgenommen: 95 Prozent der teilnehmenden Schulen bewerten die Grundidee des Jugendbegleiter-Programm als "positiv" (709 Schulen) oder "sehr positiv" (1.110 Schulen). Bei fünf Prozent (99 Schulen) halten sich Positives und Negatives die Waage. Sechs Schulen bewerten das Programm als "negativ" und eine Schule als "sehr negativ".