Rahmenbedingungen

Worum geht es im Kern beim Jugendbegleiter-Programm?

Das Jugendbegleiter-Programm ermöglicht es Schulen, außerhalb des Unterrichts weitere Bildungs- und Betreuungsangebote zu verwirklichen. Damit können sie ihr individuelles Profil entwickeln und stärken. Verschiedene Lernorte werden miteinander verbunden, lokale Bildungsnetzwerke entstehen, Kinder und Jugendliche lernen Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter aus unterschiedlichen professionellen Feldern kennen.

 

Gibt es eine Mindestgruppengröße für Jugendbegleiter-Angebote?

Ja, an einem Jugendbegleiter-Angebot müssen mindestens fünf Schülerinnen und Schüler teilnehmen. Bei Förderschulen beträgt die Mindestgruppengröße drei Schülerinnen und Schüler.

 

Wie lange sollte eine Jugendbegleiterin bzw. ein Jugendbegleiter an einer Schule tätig sein?

Damit die Schule und die Eltern planen können, verpflichten sich Jugendbegleiterinnen und Jugendbe­gleiter, ihr Betreuungsangebot mindestens ein Schulhalbjahr an der ausgewählten Schule durchzuführen. Die Schulleitung ist dazu verpflichtet, in Urlaubs- oder Krankheitsfällen für eine Vertretung zu sorgen, sodass die Kontinuität des Jugendbegleiter-Angebots sichergestellt ist. Es ist auch möglich, dass sich mehrere Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter hinsichtlich eines Angebots absprechen, sodass eine Urlaubs- und Krankheitsvertretung in jedem Fall gesichert ist. Auch Teambildungen sind möglich.

 

Wie lange ist eine Jugendbegleiterin bzw. ein Jugendbegleiter wöchentlich im Einsatz?

Im Jugendbegleiter-Programm wird in vollen Zeitstunden (60 Minuten) pro Woche gerechnet. Die Angebote müssen für mindestens ein Schulhalbjahr regelmäßig (wöchentlich) zur gleichen Zeit statt­finden.

Angebote können von einem Team oder einer Einzelperson betreut werden. Wenn ein Jugendbegleiter-Angebot von einem Team (beispielsweise zwei Jugendbegleiterinnen oder Jugendbegleiter) geführt wird und alle Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter an jedem wöchentlich stattfindenden Termin anwe­send sind, werden die Zeitstunden pro Woche für jeden Jugendbegleiter und jede Jugendbegleiterin einzeln gezählt (bei zwei Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleitern also doppelt). Wenn sich ein Team abwechselt, sodass jede Person alle zwei Wochen im Einsatz ist, können die Angebotsstunden nur einfach gezählt werden.

 

Wie zuverlässig ist die Betreuung durch Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter?

Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass ihr Kind in der von der Schule garantierten Zeit zuverlässig betreut wird. Aber auch die Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter müssen sicher sein können, dass ihre Gruppe mit Schülerinnen und Schülern zuverlässig in jede Betreuungsstunde kommt. Zur Garantie der Zuverlässigkeit gehören also beide Seiten: Zum einen wählen die Eltern mit ihrem Kind Betreuungsangebote aus, an denen das Kind dann konsequent mindestens ein Schulhalbjahr lang teilnimmt. Zum anderen garantieren die Engagierten zusammen mit lokalen Institutionen und der Schule, dass das Betreuungsangebot zuverlässig über ein Schulhalbjahr stattfinden wird. Dies kann auch durch Team- oder Vertretungslösungen sichergestellt werden.

 

Sind die Angebote der Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter verpflichtend? 

Nein, die Angebote sind von Eltern und ihren Kindern frei auswählbar. Auch wenn Ihr Kind auf eine Schule im Jugendbegleiter-Programm geht, entscheiden Sie, wie viele Nachmittagsangebote Ihr Kind wahrnimmt. Nach Ablauf eines Schulhalbjahrs wird neu ausgewählt und Sie können Ihren möglicher­weise veränderten Bedürfnissen nach Ganztagsbildung Rechnung tragen.

 

Dürfen Jugendbegleiter-Angebote auch an Samstagen oder in den Ferien stattfinden? 

Die Bildungs- und Betreuungsangebote müssen an Werktagen und in der Schulzeit stattfinden. Wenn eine Schule im regulären Lehrplan auch wöchentlich Unterricht an Samstagen festgelegt hat, können hier Jugendbegleiter-Angebote stattfinden.  

 

Soll den Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleitern eine Aufwandsentschädigung bezahlt werden? 

Dazu macht das Land keine Vorgaben. Über eine eventuelle Vergütung wird auf lokaler Ebene entschieden. Es handelt sich um eine rein ehrenamtliche Tätigkeit, bei der die Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter für den damit verbundenen Zeitaufwand entschädigt werden.

Die Höchstgrenze der Aufwandsentschädigung, die den ehrenamtlich Tätigen in einem Kalenderjahr bezahlt werden darf, bildet der Übungsleiterfreibetrag in Höhe von 2.400,00 Euro, der sozialversicherungs- und steuerfrei ist.
Eine Einzelperson darf keinesfalls im Kalenderjahr aus ehrenamtlicher Tätigkeit (etwa bei Vereinen, Verbänden, Kirchen, Schulen, …) zusammengerechnet mehr als 2.400,00 Euro erhalten. Falls dies der Fall sein sollte, darf die Schule mit dieser Person eine Vereinbarung über eine ehrenamtliche Mitarbeit nicht abschließen.